Modernisierung der IT-Infrastruktur der Bundesagentur für Arbeit
Das Projekt ist eine großangelegte Modernisierung der IT-Infrastruktur der Bundesagentur für Arbeit, um auch in Zukunft zuverlässig die Auszahlung von Sozialleistungen zu gewährleisten
S&N@ BDK Bank
S&N hat die Kernbanksoftware der BDK Bank, Cassiopae, mit einem Lift&Shift-Ansatz modernisiert und in die AWS Cloud migriert. Effizient, stabil und zukunftssicher.
Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe
Die BDK Bank zählt zu den führenden herstellerunabhängigen Autobanken im deutschen Markt. Ihr Kernauftrag: individuelle Mobilität durch attraktive Finanzdienstleistungen ermöglichen – mit einem umfassenden Produktportfolio und kompetenter Beratung rund um das Thema Automobil.
Das Leistungsspektrum der BDK umfasst Fahrzeugfinanzierung, Fahrzeugleasing, Händlerfinanzierung, Versicherungen sowie digitale Services. Dabei steht stets die Verbindung aus attraktiven Konditionen und einem Höchstmaß an Sicherheit im Vordergrund.
Ausgangslage
Der technische Unterbau von Cassiopae war vor der Umstellung erheblich in die Jahre gekommen. Die Software lief in einem dedizierten Rechenzentrum, dessen Betrieb rund um die Uhr erhebliche Kosten verursachte, ohne die nötige Flexibilität für zukünftige Anforderungen zu bieten.
Die Abhängigkeit von einem externen Rechenzentrumsbetreiber sowie fehlende Skalierbarkeit stellten wachsende Risiken dar. Die BDK Bank erkannte die Notwendigkeit, die Kontrolle über die eigene Infrastruktur zurückzugewinnen und die technologische Basis für die nächsten Jahre zukunftssicher zu gestalten.
AIX als Basis war nicht mehr zeitgemäß und schränkte Weiterentwicklungsmöglichkeiten stark ein.
24/7-Rechenzentrumsbetrieb durch Dritte verursachte dauerhaft hohe Fixkosten ohne Flexibilität.
Keine direkte Kontrolle über Infrastruktur und Betrieb – Abhängigkeit von externen Dienstleistern.
Zielbild
Wechsel von AIX auf Red Hat 8.4 für ein modernes, stabiles Linux-Fundament.
Upgrade des Applikationsservers von Tomcat 7 auf Tomcat 9.
Wechsel von Java 6 auf OpenJDK 8 für verbesserte Sicherheit und Performance.
Unveränderte Bewahrung der Oracle-Datenbank, wie für Cassiopae erforderlich.

Die SOAP-basierten WebServices blieben vollständig erhalten. Damit haben wir eine unterbrechungsfreie Integration mit Umsystemen sichergestellt.
– Markus Eberling, Team Lead & Key Account Manager S&N Invent
Projektdurchführung
Die Migration wurde in klar abgestuften Phasen durchgeführt: Beginnend mit dem Technologie-Upgrade und dem Aufbau der Entwicklungsumgebung,
über integrierte Fachtests mit Umsystemen, bis hin zur finalen Produktivsetzung. Jede Phase wurde technisch getestet, bevor die nächste gestartet wurde.
Upgrade und DEV-Stage einrichten
Komponenten separat testen
Tests mit Umsystemen durchführen
Go-Live und Produktionsbetrieb
Herangehensweise

Nach der Auslieferung der technisch aktualisierten Cassiopae-Version haben wir die Anwendung auf einer EC2-Instanz (Amazon Elastic Compute Cloud) installiert. Den gesamten Aufbau vom Datenbankserver bis zur finalen Software-Installation haben wir gemeinsam mit der BDK Bank durchgeführt.
Zunächst haben wir die DEV-Stage isoliert aufgebaut und die Anwendung technisch geprüft. Im nächsten Schritt bauten wir sukzessive die weiteren Umgebungen (Abnahme, Produktion) auf. Ab diesem Zeitpunkt war der Fachbereich aktiv involviert und führte vollständige Anwendungstests durch.
S&N unterstützte gezielt bei der Bereitstellung von Testdaten sowie bei der Umstellung der FileTransfer-Strecken auf Managed File Transfer. Die WebServices wurden in allen Umgebungen ausgiebig getestet, bevor die Produktivumgebung final freigegeben wurde.
Ergebnis
Die neue Infrastruktur basiert vollständig auf AWS-Diensten und bietet der BDK Bank maximale Kontrolle. Die EC2-Instanz bildet das Herzstück, an das alle relevanten Systemkomponenten angebunden sind. Durch den durchdachten Aufbau bleibt die Systemarchitektur transparent und intern administrierbar. Die Migration bringt der BDK Bank technische und wirtschaftliche Mehrwerte:

S&N verfügt über umfangreiche Expertise mit Kernbankensystemen und Cloud-Computing. Diese tiefgreifende technische und fachliche Expertise hat dafür gesorgt, dass wir die Migration im ersten Anlauf erfolgreich bewältigt haben und uns das System stabil produktiv bei der täglichen Arbeit als Bank unterstützt.
– Sebastian Zielcke, Abteilungsleiter IT-Backoffice

Das Referenzprojekt der BDK Bank zeigt: Eine komplexe Migration von Kernbanksoftware in die AWS-Cloud gelingt mit der richtigen Expertise. Strukturiert, sicher und im ersten Anlauf. S&N verbindet tiefgreifendes Fachwissen in Kernbanksystemen mit moderner Cloud-Kompetenz.
Planen Sie eine ähnliche Migration oder haben Sie Fragen zu unserer Cloud-Expertise? Unsere Experten stehen Ihnen für ein unverbindliches Erstgespräch zur Verfügung.
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09.04.2026
Die S&N Invent und die S&N CQM haben ihre langjährige Zusammenarbeit weiter vertieft: Zu Beginn des Jahres 2026 wurden beide Gesellschaften zusammengeführt.
„Beide Unternehmen arbeiten seit Jahren eng zusammen, bedienen die gleichen Kunden und ergänzen sich fachlich sehr gut. Die Verschmelzung ist daher ein logischer nächster Schritt.“
Markus Beverungen, Vorstand der S&N Group AG.

Mit dem Zusammenschluss integrieren wir insbesondere die Expertise der S&N CQM in den Bereichen Software Quality und Software Governance noch stärker in das Leistungsportfolio der S&N Invent. Das gewinnt vor allem im Zuge der rasanten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz in der Softwareentwicklung an Bedeutung: Wenn KI-Systeme zunehmend autonom Code generieren und Tests durchführen, verändern sich auch die Anforderungen an Qualitätssicherung und methodische Begleitung grundlegend.
„Unsere Kunden profitieren künftig von gebündelter Expertise aus einer Hand. Gleichzeitig bleiben Ansprechpartner, Leistungen und Qualitätsanspruch unverändert. Auch unser Engagement in Forschung, Fachgesellschaften und Communities führen wir unverändert fort.“
Jan Hendrik Hausmann, Geschäftsführer S&N CQM und S&N Invent
Mit der Zusammenführung schaffen wir klarere Strukturen innerhalb der Gruppe und stärken unsere Position für die zukünftigen Anforderungen der Softwareentwicklung.
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13.03.2026
Wir freuen uns, unsere neue Partnerschaft mit STACKIT, dem Cloud-Service-Anbieter der Schwarz Gruppe, bekanntzugeben.

STACKIT steht für souveräne, sichere und in Europa betriebene Cloud-Infrastrukturen. Durch die Zusammenarbeit erweitern wir unsere cloudbezogenen Angebote gezielt und bieten unseren Kundinnen und Kunden eine zusätzliche Option für den datenschutzkonformen und leistungsfähigen Cloud-Betrieb unserer Softwarelösungen auf STACKIT. Gleichzeitig beraten wir unsere Kunden umfassend und übernehmen die technische Verantwortung bei der Migration sowie im Betrieb individueller Lösungen innerhalb von STACKIT.
Bereits seit mehreren Jahren arbeiten wir projektbezogen für Retail-Kunden auf STACKIT und haben dabei umfangreiche Erfahrung mit der Cloud-Plattform aufgebaut. In dieser Zeit wurde die Plattform kontinuierlich weiterentwickelt und um zahlreiche attraktive Funktionen, insbesondere in den Bereichen Security und AI, ergänzt. STACKIT hat sich zu einer performanten und zuverlässigen Cloud-Lösung entwickelt, die im internationalen Wettbewerb besteht und sich durch ihren klaren Fokus auf europäische Souveränität von bekannten Anbietern differenziert.
Parallel dazu sind wir seit längerer Zeit Google Partner und unterstützen Unternehmen erfolgreich bei Projekten rund um die Google Cloud Plattform. Mit der neuen Partnerschaft mit STACKIT ergänzen wir dieses Angebot sinnvoll und ermöglichen flexible hybride und Multi-Cloud-Strategien sowie entsprechende Architekturen.
„Unternehmen müssen heute beide Cloud-Szenarien zusammendenken. Während globale Cloud-Plattformen häufig eine hohe Innovationsgeschwindigkeit ermöglichen, sind souveräne europäische Cloud-Lösungen entscheidend für den Schutz vertraulicher operativer Daten und des geistigen Eigentums, für unternehmerische Unabhängigkeit sowie ein risikobewusstes Szenarienmanagement. Mit unserer Google-Partnerschaft und der neuen Zusammenarbeit mit STACKIT bieten wir unseren Kundinnen und Kunden genau diese strategischen Optionen.“
Markus Beverungen, Vorstand der S&N Group AG
Das STACKIT Portfolio steht unseren Kundinnen und Kunden ab sofort zur Verfügung. Für weitere Informationen oder eine individuelle Beratung kontaktieren Sie uns gerne.
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04.03.2026
Ende Januar haben wir das örtliche Usability Testessen an unserem Paderborner Standort gehostet und damit eines unserer Key Take-aways von der letzten Modern RE umgesetzt: die frühe Einbindung der Nutzer:innen in UX-Fragen. Das Branchentreffen Modern RE fand im letzten Herbst statt und bietet eine Plattform für alle, die Requirements Engineering, UX und KI nicht isoliert betrachten, sondern als Schlüssel für zukunftsfähige Produktentwicklung sehen.

Wir waren nicht nur Zuhörer:innen, sondern Impulsgeber:innen – mit eigenem Vortrag, praxisnahen Diskussionen und vielen inspirierenden Begegnungen. Unser Ziel: Die Zukunft des Requirements Engineerings aktiv mitgestalten – menschzentriert, datenbewusst und nachhaltig.
In unserem Vortrag stand eine zentrale Frage im Mittelpunkt: Wie lässt sich Human-Centered Design (HCD) konsequent und effizient in den Projektalltag integrieren? Unsere Antwort: mit HCD-To-Go – unserem S&N Invent Ansatz, der Nutzerzentrierung greifbar, leichtgewichtig und alltagstauglich macht.

HCD-To-Go ist unser methodischer Rahmen, um Human-Centered Design fest in Entwicklungsprozesse zu verankern. Der Ansatz basiert auf vier Prinzipien:
Human-Centered Design wird nicht als Zusatz verstanden, sondern als zentrale Haltung im Requirements Engineering. Wer Nutzer:innen früh einbindet, spart nicht nur Zeit und Ressourcen – er entwickelt Software, die gerne genutzt wird.
Unser Credo: Entscheident ist nicht nur die Technik sondern das Erlebnis.
Ein Schwerpunkt der Modern RE 2025 war die Frage: Wie verändert KI das Requirements Engineering? Die Antwort ist klar: Künstliche Intelligenz wird zur strategischen Unterstützung – nicht zum Ersatz.
KI-Systeme wie Copilot oder spezialisierte LLMs können bereits heute:
Doch entscheidend bleibt: KI ist nur so gut wie das menschliche Verständnis, das sie leitet. Darum setzen wir auf „KI mit Verantwortung“ – klare Qualitätsstandards, Transparenz in der Nutzung und ein Verständnis dafür, dass der Mensch die letzte Entscheidungsinstanz bleibt. KI wird dann wertvoll, wenn sie den RE-Prozess unterstützt und beschleunigt, aber nicht die menschliche Intuition ersetzt.
Ein wiederkehrendes Thema auf der Konferenz – und eines, das wir aus der Praxis nur bestätigen können – ist die systematische Unterschätzung von Aufwand und Wirksamkeit in frühen Projektphasen. Modellierung, Spezifikation und Testdesign werden häufig als notwendiges Übel gesehen – dabei sind sie die Grundlage für Qualität und Stabilität. Frühe Planung spart späte Korrekturen. Verbindliche Abstimmungen und Zeitpuffer sind keine Bremse, sondern Beschleuniger. Wir plädieren dafür, dass Requirements Engineering als strategische Investition in Qualität und Vertrauen verstanden wird – nicht als administrativer Aufwand.
Mit der Zunahme energieintensiver KI-Systeme wächst auch die Verantwortung für nachhaltige Softwarearchitektur. Nachhaltigkeit ist kein Randthema mehr – sie ist ein zentrales Qualitätskriterium. Wir setzen uns dafür ein, dass ökologische Aspekte künftig integraler Bestandteil jeder Architektur- und Technologieentscheidung werden. Das bedeutet:
Zukunftsfähige Software ist grün gedacht – von der Architektur bis zum Lebenszyklus.
UX, Requirements Engineering und KI nähern sich immer stärker an. Die Zukunft gehört interdisziplinären Teams, die Technik, Empathie und Datenintelligenz verbinden. Durch Methoden wie Domain Storytelling, User Research und iteratives Prototyping entsteht eine gemeinsame Sprache zwischen allen Beteiligten. So werden Anforderungen nicht nur dokumentiert, sondern verstanden, erlebt und überprüft. Unser Anspruch: Wir gestalten Prozesse, die Nutzer:innen in den Mittelpunkt stellen – und Technologien, die ihnen dienen.
Die Modern RE 2025 hat eines gezeigt: Requirements Engineering steht an einem Wendepunkt. Zwischen KI, UX und Nachhaltigkeit entsteht ein neues Verständnis von Qualität – weg vom reinen Prozessdenken, hin zu einem menschzentrierten, intelligenten und verantwortungsvollen Engineering. Wir gestalten diesen Wandel aktiv mit – für ein RE, das besser, durchdachter und wirkungsvoller ist. Ob beim nächsten Usability Testessen oder mit unserem HDC-To-Go Ansatz. Sprechen Sie uns an!
Ansprechpartner: Franziska Keuper & Rica Nieland
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03.03.2026

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) ist die zentrale deutsche Bundesoberbehörde für Arbeitsmarktpolitik, zuständig für Arbeitsvermittlung, Berufsberatung, Förderung der Weiterbildung und Auszahlung von Lohnersatzleistungen wie dem Arbeitslosengeld. Sie ist eine rechtsfähige Körperschaft des öffentlichen Rechts, hat ihren Hauptsitz in Nürnberg und untersteht der Rechtsaufsicht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Wir haben das größte SAP-System der deutschen Behörden erfolgreich nach S/4 konvertiert und zugleich das SRM-System neu implementiert und migriert.
Günter Schäfer , Technischer Projektleiter SAP-ERP#Konversion-FILOG
Das Projekt FILOG (Finanz- und Logistik-Systeme) ist eine großangelegte Modernisierung der IT-Infrastruktur der Bundesagentur für Arbeit, um auch in Zukunft zuverlässig die Auszahlung von Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, Bürgergeld oder Kindergeld sicherzustellen.
Das gesamte System ist den kritischen Infrastrukturen zu zuordnen und damit musste sichergestellt , dass es zu keinerlei Zahlungsausfällen während der Konvertierung und in den Phasen der Systemumstellung kommen durfte. Folgende Systeme mussten migriert werden:
Das Auszahlungsverfahren ERP Finanzen musste auf die neue technische Basis SAP S/4HANA gebracht werden, um die technischen und fachlichen Anforderungen erfüllen zu können.
SAP ECC System musste auf SAP S/4 HANA konvertiert werden, um eine neue umfangreiche Projekttypenlandschaft aufzubauen.
Zusätzlich musste die technische Integration des SRM-Systems mit den fachlichen Inhalten und einer Datenmigration in das SAP S/4HANA Systems durchgeführt werden.
Die technische Konversion, die Implementierung der Logistik-Funktionen, die Migration der Logistikdaten und die Überführung der Portal-Anwendungen in FIORI Oberflächen ist vollumfänglich zu den geplanten Terminen in der an Wochenenden eingeplanten Zeiten durchgeführt worden.
Bei der agilen Projektumsetzung waren Mitarbeiter der S&N Abiscon von der Planung bis zum Go-Live im Bereich Projektmanagement, Qualitätsmanagement, Testmanagement, SAP-Administrator, SAP-HANA-DB-Administrator und SAP-Berechtigungsmanagement im Einsatz.
Das Ergebnis ist ein technisch aktuelles System, das die Anforderungen an ein KRITIS-System erfüllt und den Anwender mit neuen Oberflächen besser unterstützt.
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02.02.2026

Story Points sind eine relative Maßeinheit, mit der agile Teams die Komplexität, das Risiko und damit den Aufwand einer Aufgabe (User Story) bewerten. Sie ersetzen Zeitschätzungen in Stunden oder Tagen und ermöglichen eine realistische, vergleichbare und personenunabhängige Aufwandsschätzung innerhalb von Scrum- oder Kanban-Teams. Story Points fördern den Teamdialog, verhindern Fehlkalkulationen und bilden die Basis für die Team Velocity, also die pro Iteration umgesetzte Arbeitsmenge.
Diese Definition ist leicht zu verstehen – die Umsetzung dagegen selten trivial. In unseren Projekten erleben wir immer wieder, dass der Umgang mit Story Points viel über das Verständnis von Agilität verrät. Viele Projektleiter kennen das: Die Aufwandsschätzung steht, doch die Realität sieht ganz anders aus. In klassischen Projekten wird akribisch in Stunden und Tagen geplant – oft mit dem Anspruch, alles exakt vorherzusagen. In der Praxis führt das selten zu Sicherheit, sondern eher zu Enttäuschung.
Agile Methoden stellen diesen Ansatz auf den Kopf. Statt alles im Voraus zu definieren, wird nur das geschätzt, was aktuell am wichtigsten ist: die Features mit dem höchsten Kundennutzen. Diese werden in User Stories heruntergebrochen und schrittweise umgesetzt. So entstehen Planbarkeit, Flexibilität – und echte Lernzyklen.
Die Frage lautet also nicht mehr: Wie lange dauert das gesamte Projekt?
Sondern: Wie viel Mehrwert können wir in der nächsten Iteration liefern?
Im agilen Umfeld dient das Feature-Backlog als dynamische Roadmap. Jedes Feature ist eine Funktion mit erkennbarem Mehrwert für den Kunden. Das Backlog ist priorisiert: Oben stehen die Themen, die den größten Nutzen oder das größte Risiko tragen. Eine realistische Schätzung der oberen Features ist doppelt wertvoll:
Praxis-Tipp:
In Projekten der S&N Group nutzen Teams häufig eine einfache Matrix: Kundennutzen vs. Aufwand (in Story Points). So lassen sich Features transparent priorisieren – und Quick Wins schneller umsetzen.
Bevor ein Feature umgesetzt wird, wird es in kleinere Stories zerlegt – Arbeitspakete, die innerhalb einer Iteration (z. B. einem Scrum-Sprint) abgeschlossen werden können. Dieses Vorgehen schafft Transparenz und Messbarkeit: Jede Story ist ein kleines, fertiges Ergebnis. Nach jedem Sprint kann das Team zeigen, was entstanden ist – und Kundenfeedback direkt einfließen lassen. Genau an dieser Stelle kommt das Schätzen mit Story Points ins Spiel. Dabei wird im Rahmen eines Planning Pokers jede Story geschätzt.
Zeitschätzungen wirken präzise, sind aber trügerisch. Ob eine Aufgabe zwei oder fünf Tage dauert, hängt von vielen unvorhersehbaren Faktoren ab:
Diese Faktoren beeinflussen die Schätzung mit Story Points nicht. In agilen Teams geht es nicht um Stunden, sondern um Komplexität, Unsicherheit und Aufwand. Das ist der Kern von Story Points. Welche Auswirkungen fehlende oder falsch verstandene Schätzungen in der Praxis haben können, zeigt folgendes Beispiel:
Erfahrungen aus einem Kundenprojekt
In einem Projekt aus dem Bankenumfeld arbeitete das Team mit User Stories und festen Sprintlängen, verzichtete jedoch bewusst auf jede Form der Aufwandsschätzung. Die Motivation dahinter war nachvollziehbar: Im Team bestand die Sorge, dass Schätzungen später zur Leistungsbewertung herangezogen würden. In der Praxis führte dieser Ansatz jedoch zu einem anderen Problem. Da unklar blieb, wie viel Arbeit realistisch in einen Sprint passt, konnten rund 90 % der geplanten Stories nicht abgeschlossen werden und wanderten regelmäßig in den nächsten Sprint.
Als das Team sich darauf einigte, Story Points testweise einzuführen, verlagerte sich die Diskussion im Planning Poker. Statt über Zeit zu sprechen, stand zunehmend die Frage im Mittelpunkt, ob eine Story innerhalb der Sprintlänge überhaupt sinnvoll umsetzbar ist. Viele Stories wurden daraufhin kleiner geschnitten oder neu strukturiert. Das Ergebnis: Bereits nach kurzer Zeit stieg die Abschlussquote auf über 90 %. An die Stelle von Frust über unerledigte Arbeit traten sichtbare Ergebnisse und ein spürbares Erfolgserlebnis im Team.
Dieses Beispiel zeigt, dass Story Points nicht zur Kontrolle dienen, sondern helfen, Arbeit realistisch zu strukturieren und planbar zu machen.
Story Points messen nicht benötigte Zeit, sondern den relativen Aufwand einer Story.
Teams schätzen gemeinsam, wie komplex oder riskant eine Aufgabe im Vergleich zu anderen ist. Ein gängiges Hilfsmittel ist die Fibonacci-Skala (1, 2, 3, 5, 8, 13, 21). Der wachsende Abstand zwischen den Zahlen drückt die zunehmende Unsicherheit bei großen Aufgaben aus.
Viele Teams führen Story Points ein – und erleben Frust. Warum? Weil sie versuchen, sie in Stunden umzurechnen. Das zerstört den eigentlichen Zweck: relative Vergleichbarkeit und Unabhängigkeit von Personen.
Einblick in die Praxis
Bei der S&N Group beginnen Teams meist mit einer „Baseline Story“ – einer kleinen, bekannten Aufgabe mit festgelegten 2 Punkten. Alles andere wird im Vergleich dazu geschätzt. Nach wenigen Sprints entsteht so eine gemeinsame Sprache für Aufwand. In einem Kundenprojekt haben wir eine Referenz-Story-Tabelle erstellt, die beispielhafte Stories aus früheren Sprints charakterisiert und eine Komplexitätsangabe enthält. Die Komplexität wurde von Entwicklern im Vorfeld eines Sprints geschätzt und nach dem Sprint validiert, ob die Schätzung zutreffend war. In Folge-Sprints nutzen wir diese Referenz-Stories, um neue Stories mit ähnlichen Eigenschaften zu schätzen. Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft Referenz-Stories aus einem S&N Kundenprojekt.
Nach einigen Iterationen zeigt sich, wie viele Story Points ein Team durchschnittlich umsetzt – die sogenannte Velocity. Sie ist keine Bewertung, sondern ein Erfahrungswert:
Wie viel kann dieses Team in diesem Kontext pro Iteration schaffen?
Die Velocity stabilisiert sich nach einigen Sprints und wird zur Grundlage für realistische Planung und Forecasting.
Aber: Sie darf nicht als Zielgröße missverstanden werden. Ein Team, das seine Velocity künstlich steigert, verliert den Fokus auf Qualität und Kundennutzen.
Fazit: Story Points sind kein Ziel – sie sind ein Werkzeug zum Lernen
Story Points sind mehr als eine Schätzmethode. Sie sind ein Kommunikationsinstrument.
„Story Points fördern Diskussion statt Illusion. Beim gemeinsamen Schätzen entsteht Verständnis im Team – oft wertvoller als die Zahl selbst.“
Jürgen Tacken
Story Points schaffen ein gemeinsames Verständnis von Aufwand, fördern Dialog und ermöglichen kontinuierliche Verbesserung. Teams, die Story Points richtig einsetzen, gewinnen Planungssicherheit, ohne ihre Agilität zu verlieren. Wie wir agile Schätzmethoden auch in klassischen Projekten einsetzen, erzählen wir in einem nächsten Blog-Artikel. Stay tuned!
Sprechen Sie mit unseren Experten
Sie möchten Story Points in Ihrem Projektumfeld einführen oder Ihre agile Planung professionalisieren? Die S&N Group unterstützt Sie mit langjähriger Erfahrung aus agilen Softwareprojekten, Coachings und Transformationen.
🌐 Mehr erfahren: Agile Methoden
Die S&N Group begleitet Unternehmen bei der Einführung agiler Methoden, bei digitalen Transformationen sowie in anspruchsvollen Softwareprojekten. Unsere Expertinnen und Experten verbinden technologische Exzellenz mit agiler Umsetzungserfahrung aus über 35 Jahren Projektpraxis – mit dem Ziel, nachhaltige Lösungen zu schaffen, die im Arbeitsalltag wirklich funktionieren.

Dr. Jürgen Tacken hat zahlreiche Kunden der S&N Group als Scrum Master und agiler Coach begleitet. Seine Leidenschaft ist es, Teams so zu befähigen, dass agile Methoden echten Mehrwert liefern – und nicht nur auf dem Papier existieren. Der Fokus liegt dabei auf wirksamer Zusammenarbeit, klarer Kommunikation und einer Arbeitsweise, die Motivation, Vertrauen und erfolgreiche Projektergebnisse fördert.

Dr. Baris Güldali ist Methodenexperte für klassische und agile Softwareentwicklung. Seine Schwerpunkte liegen in der agilen Transformation und der kontinuierlichen Qualitätssicherung. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen die Vermittlung geeigneter Methoden, deren praxisnaher Einsatz sowie die nachhaltige Befähigung von Projektteams. Seine fundierten Kenntnisse basieren auf umfangreicher Praxiserfahrung im Qualitätsmanagement sowie auf vielfältigen Forschungsaktivitäten. Darüber hinaus ist er als Mitglied im Leitungsgremium der Fachgruppe Test, Analyse und Verifikation von Software (TAV) der Gesellschaft für Informatik e. V. breit vernetzt.
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14.01.2026
Die aktuellen Ergebnisse von Austria’s Leading Companies (ALC) sind veröffentlicht – und ITFC konnte erneut ein starkes Zeichen setzen. Im Jahr 2025 belegen wir den 6. Platz in Wien und erreichen österreichweit Rang 23. Besonders erfreulich: Damit verbessern wir uns im Wiener Ranking um einen Platz gegenüber dem Vorjahr, in dem ITFC den 7. Platz erzielte.

Die kontinuierliche Teilnahme an diesem renommierten Wettbewerb zeigt unseren langfristigen Anspruch, wirtschaftlich nachhaltig und innovativ zu arbeiten – auch über den regionalen Wiener Markt hinaus. Wir freuen uns sehr darüber, zu den leistungsstarken Unternehmen unserer Branche zu zählen und danken unseren Kunden, Partnern und dem gesamten ITFC-Team, das diesen Erfolg möglich gemacht hat.
Über ALC – ein Gütesiegel für wirtschaftliche Stärke
„Austria’s Leading Companies“ zählt zu den renommiertesten Wirtschaftsbewerben des Landes. Die Auszeichnung ehrt jährlich die Spitzenleistungen österreichischer Unternehmen und unterstreicht deren wirtschaftliche Stärke und Innovationskraft. Dabei stehen wirtschaftliche Stabilität, nachhaltiges Wachstum und verantwortungsbewusstes Unternehmertum im Mittelpunkt – Bereiche, in denen ITFC seit vielen Jahren konstante Leistungsfähigkeit beweist.
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11.11.2025
Nach der iPad-Spende im Frühjahr hat S&N Invent gemeinsam mit dem integrativen Kindergarten St. Christophorus in Paderborn-Sennelager ein besonderes Nachfolgeprojekt umgesetzt: die Entwicklung einer Puzzle-App, die gezielt in therapeutischen Einheiten eingesetzt wird.

Schon bei der Übergabe der iPads war klar, dass das Engagement über die reine Sachspende hinausgehen sollte. Gemeinsam mit den Therapeutinnen des Kindergartens entstand die Idee, eine Anwendung zu entwickeln, die spielerisches Lernen mit gezielter Förderung verbindet. Der Wunsch des Kita-Teams: eine einfache, kindgerechte App, die motorische Fähigkeiten stärkt, Konzentration fördert und individuell an das Können der Kinder angepasst werden kann. Schnell stand fest – eine Puzzle-App bietet genau diese Möglichkeiten.

Die Anwendung wurde als Progressive Web App (PWA) von drei Studierenden des Bereichs Professional Education bei S&N Invent entwickelt. Ein besonderes Highlight: Die Puzzle-Motive bestehen aus echten Fotos aus dem Kindergartenalltag. So erkennen die Kinder vertraute Gesichter, Spielsituationen und Räume wieder – ein starker Motivationsfaktor, der Freude und Nähe schafft.
Die App bietet verschiedene Schwierigkeitsgrade und kann so individuell an die Fähigkeiten der Kinder angepasst werden. Sie wird künftig im Rahmen der Sprach- und Ergotherapie eingesetzt und ergänzt die bereits vorhandenen digitalen Lernangebote.

Das Projekt zeigt, wie digitale Technologien gezielt zur Inklusion und Förderung von Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf beitragen können. Neben der neuen Puzzle-App kommen auf den iPads auch Anwendungen wie MetaTalk zum Einsatz, die Kommunikation durch Symbole und Bilder erleichtern und Kindern helfen, aktiv am Gruppengeschehen teilzunehmen.
S&N Invent möchte dieses soziale Engagement langfristig fortführen. Gemeinsam mit dem Kita-Team sollen bestehende Apps weiterentwickelt und neue Anwendungen geschaffen werden, die noch besser auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen.

„Uns war wichtig, dass unsere Unterstützung einen echten Mehrwert im Alltag der Kinder schafft“, erklärt Matthew Langham, Ausbildungsleiter bei S&N Invent. „Die Puzzle-App ist ein schönes Beispiel dafür, wie Technologie und Empathie Hand in Hand gehen können.“
Mit diesem Engagement unterstreicht S&N Invent einmal mehr, dass digitale Innovation und gesellschaftliche Verantwortung kein Widerspruch sind – sondern sich ideal ergänzen.
Ansprechpartner: Matthew Langham
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Vereinheitlichung der Geschäftsprozesse und Nutzung einer Cloud-Native-Computing Architektur bei der DB Regio mit dem Einsatz von CETIS.
Seit mehr als einem Jahrzehnt setzen zahlreiche Verkehrsgesellschaften innerhalb der DB Regio eigenständige CETIS-Kassenlösungen mit Diebold-Nixdorf-Automaten ein. Die Integration dieser Lösungen in die jeweiligen Betriebsstrukturen und operativen Systeme variierte mitunter erheblich.
In einem strategischen Schritt hat sich die DB Regio dazu entschlossen, nicht nur die Prozesse, sondern auch den Betrieb der CETIS-Kassenlösung zu vereinheitlichen. Die Anbindung an das zentrale Erlös-Management-System (EMS) war dabei lediglich ein Aspekt von vielen. Zusätzlich sollte eine netzzentrale, skalierbare Infrastruktur geschaffen werden, die die Integration weiterer Standorte und Kassensysteme ermöglicht. S&N Invent stellt hierfür eine speziell auf die AWS-Cloud-Plattform abgestimmte CETIS-Lösung zur Verfügung, die entsprechend der Anforderungen flexibel skaliert werden kann.

Um eine reibungslose Bereitstellung und Aktualisierung zu gewährleisten, stellt S&N Invent Releases über eine private Registry zur Verfügung. Diese umfassen Container-Images und Helm-Charts, die von der DB Regio auf Knopfdruck synchronisiert und deployed werden können.
Gemeinsam mit dem Kunden wurde eine maßgeschneiderte Infrastruktur in AWS aufgebaut. Hierbei fiel die Wahl auf Kubernetes im Fargate-Modus, Amazon EFS und Amazon Aurora, da bereits positive Erfahrungen mit diesen Lösungen im erweiterten Umfeld gemacht wurden.
Aktuell werden an über 40 Standorten im gesamten Bundesgebiet Kassensysteme betrieben. Busfahrer haben die Möglichkeit, ihre Umsätze zu jeder Tages- und Nachtzeit nach Abschluss ihrer Schicht einzuzahlen. Die Abrechnung gegen das EMS erfolgt automatisiert, und es werden nahezu wöchentlich weitere Standorte integriert.
Mit CETIS.CH hat S&N Invent eine flexibel anpassbare und leicht integrierbare Basislösung entwickelt, um die Verarbeitung von Bargeld mit Hilfe passender Geldbearbeitungssysteme zu automatisieren und nahtlos in die internen Buchungs- und Controlling-Prozesse zu integrieren. Die Nutzung dieser Lösung bringt zahlreiche Vorteile mit sich, darunter eine erhöhte Servicequalität und Verfügbarkeit rund um die Uhr, eine beschleunigte Bargeldverarbeitung, eine verbesserte Sicherheit bei der Bargeldverarbeitung sowie eine reduzierte Fehleranfälligkeit.
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